Kirchenraum

Die Christus­kirchen­gemeinde schätzt sich glücklich, das mit dem Altar, der Kanzel und dem Taufstein noch drei zentrale Gegenstände aus der Erbauungszeit der Kirche erhalten sind. Hinzu gekommen sind moderne schmiedeeiserne Arbeiten wie der Oster­leuchter und das Lesepult.

Altar

Altarraum der Christuskirche

Der Altar stammt aus der Zeit der Erbauung der Kirche. Hinter dem mit Holz vertäfelten Altartisch erhebt sich der holzgeschnitzte Aufsatz. In sechs Arkadennischen, getrennt durch je ein Säulenpaar, befinden sich Ölmalereien. Die beiden äußeren Bilder zeigen pflanzliche Ornamente. Die vier inneren stellen Gestalten aus dem Alten Testament dar: Aaron (2. Buch Mose 28,2 ff) und Melchisedek (1. Buch Mose 14,18), die Hohenpriester, als Vorboten Christi, rahmen lsaak (1. Buch Mose als 22,1–14) und Abel (1. Buch Mose 4,3–8) ein, welche als die bedingungslos Gehorsamen den Opfertod Christi vorausahnen lassen. Die Arkaden werden von krabbenbesetzten Giebeln überdacht und viele vergoldete Fialen zieren den Altar. Das Wesentliche aber ist das Kreuz. Es reicht fast bis an die Spitze des mittleren Chorfensters. Der Corpus Christi hängt zwischen den vier Leben verheißenden Blattformen. Diese tragen die geflügelten Symbolwesen der vier Evangelisten (Matthäus: Mensch, Markus: Löwe, Lukas: Stier, Johannes: Adler).

 

Kanzel, Taufbecken und Osterleuchter

Kanzel der Christuskirche

Die Kanzel wurde gleichzeitig mit dem Altar geschaffen. Die vier freien Felder der Brüstung sind ebenso wie die Arkaden des Altars mit Kleeblattbogen begrenzt und tragen Ölmalereien. Dargestellt sind die vier Evangelisten, jeweils mit den ihnen zugeordneten Symbolwesen.

Das schlichte, aus Sandstein gehauene Taufbecken ist achteckig, so wie schon seit dem 4. Jahrhundert die Baptisterien (Taufkapellen) achteckig waren. Man symbolisiert damit den ›achten Schöpfungstag‹, d.h. die mit der Auferstehung Christi beginnende neue Schöpfung, in die der Mensch durch den Taufakt hineingenommen wird.

Der schmiedeeiserne Osterleuchter wurde im Jahr 1999 durch den Kunstschmied Hermann Holsten aus Otterstedt geschaffen. Ein äußerer Ring von zwölf Kerzen symbolisiert nach alter Tradition die zwölf Tore des himmlischen Jerusalem. Die vier inneren Kerzen sollen das Licht der vier Evangelien zum Leuchten bringen, alle 16 Kerzen gipfeln in der Mitte aller Kreise, dem Osterlicht Jesu Christus.

Glocken

Glocke der Christuskirche, Inschrift: »Friede auf Erden«

Die Glocken der Christuskirche sind wesentlich jünger als die Kirche selbst, denn zweimal – in beiden Weltkriegen – hat die Gemeinde ihr Geläut hergeben müssen. Das Metall wurde zu Kriegsmaterial umgeschmolzen. Die heutigen Glocken wurden im Jahre 1955 von der Firma Rincker gegossen und auf die Töne fis - ais - cis gestimmt. Zusätzlich hat man eine vierte Glocke mit dem Zwischenton gis eingefügt. Die Inschriften der drei großen Glocken: »Ehre sei Gott in der Höhe« – »Friede auf Erden« – »Den Menschen ein Wohlgefallen« sagen aus, dass Voraussetzung und Grund des Friedens die Verehrung Gottes ist und seine Hinwendung zu uns. Die kleinste Glocke ruft mit ihrer Inschrift »Singet dem Herrn ein neues Lied« zum Lobpreis Gottes auf.

Kirchenfenster

Blick von der Empore ins Hauptschiff der Christuskirche

Die alten Fenster hatten durch den Zahn der Zeit so sehr gelitten, dass die Fenster des Schiffes in den 70er Jahren erneuert werden mussten. Durch eine Erbschaft war es der Gemeinde möglich, 1983 auch die Chorraumfenster zu erneuern. Alle Fenster sind schwach getönt und tragen als einzigen Akzent eine ziegelrote Umrandung. Die Rundfenster im Maßwerk wurden von einem Gemeindemitglied, dem Kunstmaler Hans Müller-Hansen, mit christlicher Symbolik gestaltet. Das mittlere trägt die wesentliche Aussage: Die griechischen Buchstaben Alpha und Omega weisen darauf hin, dass Christus Anfang und Ende und damit auch Mitte ist (Offenbarung des Johannes 22,13). Dieses Christussymbol wird getragen vom Kreuznimbus: Das auf den Opfertod Christi deutende Kreuz geht über in den Kranz der österlichen Auferstehungssonne. Das linke Fenster zeigt die fünf Brote und zwei Fische aus der Geschichte von der Speisung der Fünftausend (Evangelium des Johannes 6,1–13 und 26–27). Darin liegt die Aussage, dass Jesus sich selbst als Wort und sakramentale Speise austeilt, dass seine Gabe sich nicht erschöpft.

Im Rundfenster rechts vom mittleren sehen wir die Sakramente Taufe und Abendmahl durch die der Gläubige in das Heilsgeschehen einbezogen ist und am Geist Gottes (Taube, Evangelium des Matthäus 3,16) teilhat. Das südliche Chorraumfenster mahnt den Beschauer, im Glauben wachsam zu sein (Hahn, Evangelium des Matthäus 26,30 ff, Evangelium des Markus 13,35), »sein Licht anzuzünden« (Öllampe, Evangelium des Matthäus 25,1–13), das heißt, der Wiederkunft Christi gegenüber bereit zu sein. Der den Hahn und die Öllampe tragende Stern steht als Symbol dafür, dass Christus als »der helle Morgenstern« (Offenbarung des Johannes 22,16) Voraussetzung für das menschliche Bemühen um den Glauben ist.